Freitag, 28. Oktober 2011

Konkordanz? Wählerstärke? Ja, aber....

Die Frauen und Mannen im Prlament sollten wieder einmal Art. 175 der Bundesverfassung lesen:

  • 1 Der Bundesrat besteht aus sieben Mitgliedern.

  • 2 Die Mitglieder des Bundesrates werden von der Bundesversammlung nach jeder Gesamterneuerung des Nationalrates gewählt.

  • 3 Sie werden aus allen Schweizerbürgerinnen und Schweizerbürgern, welche als Mitglieder des Nationalrates wählbar sind, auf die Dauer von vier Jahren gewählt.

  • 4 Dabei ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind.


  • Kein Wort von Konkordanz. Kein Wort von Wählerstärke. Auch die Zauberformel wird nicht erwähnt. Schlicht und einfach: die Besten gehören in die Landesregierung, egal ob Mann oder Frau. Es muss auch kein Nationalrat oder Städerat sein. Sogar der verehrte Schweizer Leser oder die geneigte Schweizer Leserin dieses unwahrscheinlich wichtigen Beitrages könnte zum Bundesrat gekürt werden.

    Das politische System der Schweiz hat im Laufe der Jahre selber eine Konkordanzdemokratie entwickelt, entscheidend geprägt durch unsere beiden Möglichkeiten, Minderheiten zu schützen - dem Ständemehr und dem Referendumsrecht.

    Unsere Konkordanz hat grosse Vorteile, sie sollte nicht leichtfertig aufgegeben werden. Wieder einmal wird im Vorfeld der Bundesratswahlen nur die Parteienstärke als das Mass aller Dinge dargestellt. Landesgegenden und Sprachregionen werden nicht erwähnt. Hoffentlich kommt das noch. Es gibt überall gute Leute - ganz sicher auch im Tessin. Hoffentlich werden sie rechtzeitig gefunden.
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