Montag, 17. Februar 2014

Es ist wieder einmal soweit

Ich ärgere  mich wieder. Nicht dass das die Welt interessieren würde. Die Gründe meines Ärgers vielleicht aber schon:
Das Urheberrecht,
die Geheimniskrämerei des SECO,
und die Hartnäckigkeit der IFPI!
Am Rande ärgern mich noch die Vereinigten Staaten von Amerika - besser gesagt, deren Administration - aber wirklich nur am Rande. Listen à gogo erstellen, können sie ja, über alles Mögliche und vor allem Unmögliche. Mehr dazu später.

Da hat also Frau Bundesrätin Sommaruga eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die "Arbeitsgruppe Urheberrecht 2012", kurz "AGUR12" genannt. Ich habe darüber schon geschrieben - das war alles schön öffentlich und transparent.

Und nun stellt sich heraus, dass das SECO schon 2011 einen "Roundtable" organisiert und später auch eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat. Über deren Tätigkeit wurde erst am 23. Januar 2014 rudimentär Bericht erstattet. Der Bericht wurde endlich- einigermassen gut versteckt - auf der SECO-Seite veröffentlicht.

Dank der NZZ am Sonntag wurde einem breiteren Publikum bewusst, was da im Versteckten so abgeht. Ganz öffentlich waren die Sitzungen nicht. Eigentlich wäre "FOR YOUR EYES ONLY" angebrachter.
Viele Bundesstellen und der Staatsanwaltschaft von Zürich nahmen teil. Und natürlich auch Universal Music GmbH, Zürich, Walt Disney GmbH Zürich und Werder Viganò Anwälte, (Rechtsberater der Swiss Anti-Piracy Federation und damit mehrheitlich von US-amerikanischen Firmen beauftragt)

Genau, die Vertreter der Film- und Musikbranche. Die haben ja in der AGUR12 Einiges, aber nicht ihr Ziel erreicht.

Noch ist da Herunterladen von Musik und Filmen in der Schweiz für den privaten Gebrauch gestattet.
Egal woher die Werke stammen!

Das stinkt den an den Geheimgesprächen teilnehmenden Firmen und der IFPI gewaltig. Nicht überraschend, ist der Präsident der IFPI doch gleichzeitig Vorsitzender der Geschäftsleitung von Universal Music GmbH.

Die IFPI versucht schon seit einiger Zeit, den United States Trade Representative als wichtiger Interessenvertreter zu instrumentalisieren. Leider mit einigem Erfolg. Auch 2013 hat der Handelsvertreter von Präsident Obama einen " Special 301 Report" herausgegeben.

Der Schweiz, die (noch) nicht auf der "Special 301 List" erscheint, wird ein ganzer Abschnitt gewidmet. Darin wird namentlich die AGUR12 erwähnt, deren Resultate der liebe Mr. Demetrios Marantis ganz genau überwachen will.

"The United States will be closely monitoring the results of the current AGUR12 (“Arbeitsgruppe Urheberrecht 2012,” or “Working Group on Copyright 2012”) process as well as the Swiss Ministry of Economy (SECO)-led roundtable process." 

steht da wörtlich.

Ein neuer Versuch, das Internet zu zensieren. Dem ist Einhalt zu gebieten!

Die Künstler sollen für Ihre Arbeit belohnt werden. Die überrissenen Forderungen der Musik- und Filmverlage jedoch sind so  nicht annehmbar. Dazu passt auch der Artikel in der az Aargauer Zeitung vom 16. Februar 2014. Da wird einem klar gemacht, wie  mit den Träumen und Wünschen der sogenannten Künstler umgegangen wird. Einfach scheusslich!


Also, überlegt Euch doch zweimal, ob ihr wirklich eine DVD, eine CD oder eine Blueray Disc kaufen wollt - oder ob Ihr die Künstler und Künstlerinnen lieber an Konzerten unterstützt.

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