Mittwoch, 16. September 2015

Ein Beitrag für alle potentiellen Kriminellen oder Terroristen

Dieser Beitrag ist nicht über Ausländer. Er ist auch nicht über Familien. Er ist nicht über Polizisten. Er ist auch nicht über Verbrecher.
Und trotzdem betrifft er alle diese Ausländer, Familien, Polizisten, Verbrecher und ganz wichtig: dieser Beitrag ist hauptsächlich für Dich/Sie lieber Leser und liebe Leserin.
Dieser Beitrag ist über wichtigen Themen.

Da wäre einmal die massive Überwachung der Bürger. Es geht nicht nur um die Videoüberwachung, die ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Es geht nur am Rande um Google, Apple, Microsoft etc.
Es geht darum, dass Regierungen, auch in der Schweiz, die Bewohner immer stärker überwachen wollen. Die Totschlagargumente "Terrorismus" und „Kinderpornos“ dienen dabei als Vorwand für alles, was irgendwie nach Kontrolle riecht. Dagegen wehrt sich die Piratenpartei – mit sachlichen Argumenten. Keine Angstmacherei, wie dies in einem Reich der Fall ist, wo man früher sagte, die Sonne gehe nie unter. Da hat Premierminister David Cameron sinngemäss gefragt “Wollen wir in unserem Land zwischen Leuten Kommunikation erlauben, die wir nicht lesen können?" Er meinte damit WhatsApp, Viber, Threema und andere Anwendungen, die eine Verschlüsselung eingebaut haben oder verschlüsselte Mitteilungen und Gespräche ermöglichen.
Natürlich wollte er nicht, dass jemand Hände klatschend "Ja! ja! ja!" ruft, also beantwortete er seine Frage blitzschnell selber: "MeineAntwort auf diese Frage ist: 'Nein, wir dürfen das nicht'." Derart misstrauisch gegenüber der Bevölkerung ist die Regierung im Vereinigten Königreich - leider ist sie nicht allein. Das bezeichne ich als Staatsterrorismus.

In unserem Nachbarland Deutschland wurden Journalisten als "Landesverräter" angeklagt, weil sie angebliche "Staatsgeheimnisse" veröffentlicht hatten. Man stelle sich das vor, da haben Journalisten etwas publiziert, das sie erhalten haben! Das als "nur für den Dienstgebrauch" markiert war!

Bei uns in der Schweiz ist es dagegen viel besser. Da haben wir nur die Regierung und das Parlament, die uns einfache Bürger überwachen, äh, ich meine natürlich schützen, wollen. Einverstanden, wir haben da noch die Kantonspolizei Zürich und deren Vorgesetzten, die sich einfach um das Gesetz futieren. Aber das ist ein Einzelfall, wie er in der Waadt, in Nigeria oder sonst wo halt vorkommen kann.

Nun ist es in Mode gekommen, dass die Regierung uns Schutz verkaufen will, der völlig unverhältnismässig ist, der ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Wichtig ist ja nicht das Sicherheitsgefühl, sondern die tatsächliche Sicherheit. Dieser Videobericht stellt die Pros und Kontras einer Videoüberwachung gut dar. Bis jetzt hat mir noch keine Person beweisen können, dass eine Videokamera tatsächlich ein Ereignis verhindert hat. Angeblich sind in Baden über 170 Videokameras installiert. Der Bahnhof und die Einkaufspassage werden durch die öffentliche Hand und die SBB permanent mit Kameras überwacht. Die konnten allerdings diesen brutalen Überfall nicht verhindern. Der Direktor der RVBW hat trotzdem gefordert, mehr Videokameras aufzustellen!

Nachdem ein paar hunderttausend Franken Steuergelder in einen Versuch „investiert“ wurden (Neusprech für „verschleudert“), hat man sich auch in Thun an den Werbespruch erinnert „Thun ist schön, nur Nichtstun ist schöner“ und die Videoüberwachung wieder abgeschafft. Den seinerzeitigen Stellungnahmen der Piratenpartei Bern wurde nicht geglaubt, die Einsprachen abgewiesen. Das war 2012.

In Gebenstorf war auch 2013 die Euphorie gross, die Schüler und andere Menschen zu überwachen. Nach einer „Deliktsumme“ von 80‘000.00 harten Franken in 10 Jahren (das sind achttausend Stutz pro Jahr) wurden CHF 150‘000.00 budgetiert für die Installation einer Videoüberwachung. Die Aargauer Piraten haben das damals auch thematisiert. Ich habe schon lange nichts mehr davon gehört. Vielleicht kann ich mich dort auch gratis filmen lassen, ich muss direkt mal nachsehen. Wir bleiben dran!

Nun, die Leute im Nachrichtendienst des Bundes wissen, wie eine Überwachung und Ausspionierung läuft. Auf Geschäftsreisen oder in den Ferien im Ausland hat es nur bösartige Menschen. Es ist schön, dass der NDB uns warnt und damit gleichzeitig (aber unbeabsichtigt) mitteilt, wie es in der Schweiz so zu und her geht.

Dann wäre noch der Datenschutz zu erwähnen. Hier geht es darum, dass jede Person selber entscheiden soll, welche Daten er oder sie wem bekanntgeben wollen. Die Informatik ermöglicht es, so ziemlich alles auf irgendeine Art auszuwerten. Wenn sich Leute darüber aufregen, dass private Suchmaschinen wie Google oder Bing unser Verhalten im Internet analysieren und alles auch an andere Firmen verkaufen, finde ich das zwar unschön und es kann schon mal „in dieHosen gehen“. Ich kann es aber durch mein Verhalten verhindern. Ich kann Suchmaschinen wie DuckDuckGo benützen. Statt Chrome, Internet Explorer oder Windows Edge zu verwenden, kann ich den Tor Browser einsetzen, damit hinterlasse ich fast keine Spuren. Und auf jeden Mist hereinfallen muss ich auch nicht.

Das aber nützt alles nichts, Wenn Regierungen sogenannte „Government software“ einsetzen (eine verharmlosende Bezeichnung für „Trojaner“) um uns auszuspionieren, macht mich das wütend. Was ich nicht bekannt geben will, will ich nicht bekannt geben. Basta.

Google und Facebook machen das schon lange – jetzt mischt auch Microsoft fleissig mit. Wer GMail benützt muss sich nicht wundern, wenn ihm oder ihr personalisierte Werbung beim Surfen angezeigt wird. Diese Werbung ist meistens exakt, denn Google durchforscht die Inhalte in den mails ihrer Mitglieder nach werberelevanten Begriffen. Das Gleiche gilt für Facebook. Die lesen also mit!
Wer beim herunter laden von Windows 10 die Expressinstallation gewählt hat (wahrscheinlich haben die Meisten „weiterweiterweiterweiterfertigstellen“ geklickt [danke PCTipp!]), hat sich dabei entblösst.

Es gäbe noch sehr viele Sachen, die man angehen müsste, um Probleme in der Zukunft zu vermeiden. Deshalb unterstütze ich die Piratenpartei, die kümmern sich aktiv darum. Die haben Visionen! Und die brauchen auch Deine/Ihre Unterstützung. In die Urne deshalb unverändert
im Aargau die Liste 10
in Bern die Liste 22
dans le canton de Vaud la liste 21
in Zug die Liste 9
in St. Gallen die Liste 21
und in Zürich die Liste 13


Creative Commons Lizenzvertrag
Ein Beitrag für alle potentiellen Kriminelle oder Terroristen von Rüedu Sommer ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Sonntag, 12. Juli 2015

Sollbruchstelle Zürich

Sollbruchstelle Zürich – Kunst am sterbenden Bau ist ein Kunstprojekt in Zürich. Vielleicht wird das Projekt sich bald auch um die Kantonspolizei Zürich kümmern (müssen).

Ich bin ja nun nicht mehr der Jüngste. Ich habe schon oft erlebt, wie Politiker oder selbsternannte Wächter versucht haben, die Privatsphäre anderer zu vernichten oder zumindest, es zu versuchen.
Ich meine damit nicht die Medien – obschon in dieser Branche durchaus manchmal die Meinung vorherrscht, „die Öffentlichkeit“ habe ein „Recht auf Information“. Dabei werden dann Öffentlichkeit und Recht auf Information nur vorgeschoben, so quasi als Synonym für „sex and crime sells“.

Ich kann mich auch gut an den Fichenskandal in den späten 1980er Jahren erinnern.

Was aber seit ein paar Tagen abläuft übertrifft alles.

Eine Kantonspolizei, die doch eigentlich für die Kontrolle über die Einhaltung der Gesetze zuständig wäre, setzt sich über sämtliche Gesetze, welche die Überwachung von Menschen regeln, hinweg. Schlimmer noch: sie wird von Politikern darin unterstützt.
Während im eidgenössischen Parlament noch diskutiert wird, ob das Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) verschärft werden soll, setzt die Zürcher Kantonspolizei bereits Software ein, die eindeutig verboten ist.

Und wogegen?

Gegen sogenannte Drogenkriminalität!

Die Befürworter einer Verschärfung des BÜPF bringen als Argumente vor, die Schweiz vor dem Terrorismus schützen zu wollen – und die Zürcher Kantonspolizei macht Jagd auf Drogenhändler!

Das ist ja auch legal und Teil des Aufgabengebietes.

Die Mittel, die sie dazu einsetzt, sind aber weder verhältnismässig noch effizient, dafür aber gefährlich und verboten. Wie das Handeln mit Drogen. Und sicher sind sie sowieso nicht. Auch nicht kontrollierbar. Eben, wie der Drogenhandel.
Man könnte das, was die Zürcher Kantonspolizei macht, auch als
Überwachungskriminalität
bezeichnen.
Pech nur, dass die Firma, die den Trojaner programmiert hat, nun gehackt worden ist. Nur deshalb wurde bekannt, dass neben u. a. Spanien auch die Zürcher Kantonspolizei diese Software gekauft hat.
Bekannt ist auch, dass sie dafür fast eine halbe Million starke Schweizer Franken bezahlt hat. Ob sich die Waadtländer Kantonspolizei nur für die Software interessiert hat oder ob sie sie auch gekauft hat, ist bis jetzt noch nicht geklärt.

Die italienische Softwarefirma hat jetzt ihre Kunden informiert und ihnen geraten, die Software nicht mehr zu verwenden. So wie sich die Zürcher Kantonspolizei bis jetzt verhalten hat, würde es mich nicht wundern, wenn die Software weiterhin eingesetzt würde. Auf jeden Fall wird jetzt dem schlechten Geld noch gutes nach geworfen – die Zürcher Kantonspolizei klagt jetzt in Italien gegen den Lieferanten der Software, sie will das Geld zurück. „Buona fortuna“ kann ich da nur wünschen.

Warum ich so einen Lärm mache um das Verhalten der Zürcher Kantonspolizei?


Ich frage mich, wieso eine Verschärfung des BÜPF überhaupt notwendig ist, wenn schon ohne Bedenken gegen bestehende Gesetze verstossen wird – von Behörden notabene, die dafür da sind, das Gesetz zu achten und nicht nur zu beobachten.
Deshalb wird das Referendum gegen das BÜPF ergriffen werden


Es ist ja jetzt Mode, über Griechenland zu schreiben, also beziehe ich mich auch auf einen Griechen, man nannte ihn aber nur Aristoteles, er war kein Reeder:

Alles klar?

Creative Commons Lizenzvertrag

Donnerstag, 21. Mai 2015

Betrug mit dem Ökobonus der ABB

„Tue Gutes und berichte darüber“ sagt die Werbung. So auch bei ABB. Nachhaltig profitabel berichtet darüber sehr wohlwollend.
Aber ist es auch so?  Ist das Mobilitätskonzept der ABB für die umliegenden Gemeinden wirklich so gut? Ist es wirklich den Ökobonus wert?
Ich kann nur für die Gemeinde Obersiggenthal Stellung nehmen. Und hier stimmt es wirklich nicht. Eigentlich hat die Gemeinde selber Schuld. Sie will ja keine Blauen Zonen einführen, Das entspreche „keinem Bedürfnis“, wie der Gemeinderat auf individuelle Anregungen früher erklärte.
Nun, vielleicht ändert sich das ja.
Denn  viele ABB-Angestellte, darunter auch Grenzgänger  kommen mit den Auto nach Obersiggenthal oder anderen Gemeinden in der Umgebung. Sie stellen den Wagen da ab. Natürlich auf öffentlichem Grund. Das ist ja gratis (für die Auswärtigen). Dann benützen sie die RVBW (ein Jahresabo für Zone 1 kostet ja bloss CHF 747,00. Unpersönlich muss man nur CHF 828,00 hinblättern. Bei einer Fahrgemeinschaft kassiert jeder Mitarbeiter oder jede Mitarbeiterin CHF 400,00 als sogenannter "Mobilitätsbonus". Da lohnt es sich schon, die wenigen öffentlichen Parkplätze in Obersiggenthal zu belegen und per pedes oder mit der RVBW an den Arbeitsplatz zu gehen. Derweil finanzieren die Steuerzahler in Obersiggenthal die Infrastruktur murrend weiter. Mit einer blauen Zone wäre das Problem ja gelöst. Die Überwachung könnte im Rahmen des Vertrages mit der Stadtpolizei Baden erfolgen. Oder die Gemeinde könnte auch das Parkplatzreglement ändern. Aber dazu braucht es wahrscheinlich einen Piraten im Gemeinderat, der sich dafür einsetzen würde. Denn für den Besuch beim Coiffeur genügen die blauen Zonen (bei der Coiffeuse bin ich nicht so sicher…). Andere Gemeinden, wie z. B. Wettingen, haben das schon lange eingeführt.

Die ABB hatte vielleicht Gutes im Sinn, als sie den "Mobilitätsbonus" einführte . Ob sie auch an die umliegenden Gemeinden gedacht hatte? Ich werde sie einmal fragen. Vielleicht erhalte ich auch eine Antwort.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Jaja, das Alter.

In meinem letzten Beitrag habe ich die Frage gestellt, ob ein Leserbriefschreiber recht hat, wenn er alle Pensionierte als Nostalgiker darstellt. Er vertritt die Ansicht, dass Pensionierte generell nichts in der Exekutive zu suchen haben.

Hier nun eine Zusammenfassung der Antworten, die ich auf Facebook, Twitter und im Forum der Piratenpartei erhalten habe.

Gleich zu Beginn: Die Mehrheit ist anderer Meinung. Gefragt wurden 282 Personen im Zeitraum vom 6. bis zum 9. Mai 2015.
Immerhin sind über 16 Prozent der Befragten dagegen, dass Rentner verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen sollten.
Einer davon war noch negativer als der Verfasser des Leserbriefes:

"Leute über 25 sollten keine politischen Aufgaben wahrnehmen dürfen, weil es nicht ihre eigene Zukunft ist, die ruiniert wird"

sagt Vanadis. Er hat ja nicht ganz unrecht, wenn man die Vergangenheit betrachtet. Über 83 Prozent der Befragten meinen jedoch, das Alter sage nicht unbedingt etwas über die Qualität aus.
Sandro meint sogar "erst recht!!!" Es bestünde "weniger Bedarf an Profilierungsneurosen". Dem ist nichts beizufügen.
Etwas erstaunt hat mich aber Dominic, er hat mich mit der Führungsriege der ehemaligen UdSSR verglichen! "Die waren alle über 90", sagt er. Ich weis jetzt nicht, wie ich diesen Vergleich auffassen soll, aber immerhin hat auch er nichts gegen Rentner in der Exekutive.

Ich gebe jedoch zu, dass es sich hier nicht um eine wissenschaftliche Studie handelt. Ich habe meine "Follower" bei Twitter, "Freunde" bei Facebook und meinen Blog benützt. Im Forum der Piratenpartei habe ich auch gefragt. Ich habe die Kollegen am Puros-Stammtisch befragt und meine Klassenkameraden und Kameradinnen interviewt (zufällig haben wir uns zum alljährlichen Klassentreffen auf dem Güsche getroffen).
Die "Rücklaufquote" betrug lediglich 2.12 Prozent.

In Obersiggenthal gibt es weiterhin 2 Kandidaten für die Ersatzwahl in den Gemeinderat.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Sollen Rentner wirklich nicht in ein Exekutivamt?

Ich bin seit Jahren pensioniert. Das hat mich nicht daran gehindert, bei der Obersiggenthaler Ersatzwahl in den Gemeinderat mitzumachen. Erstens weil es doch einige Personen gab, die mich ermuntert haben. Zweitens weil es sehr lange danach aussah, als würde sich sonst niemand für dieses Amt zur Verfügung zu stellen. Und drittens, nachdem die CVP doch noch jemanden gefunden hatte, weil die Bürger nur eine Wahl haben, wenn sie eine Auswahl haben. Und zudem haben 12 liebe Personen aus dem Volk meine Anmeldung zur Wahl unterschrieben.

Natürlich wurde das auch in der Presse publiziert. Das hat einen Herrn F. E. zu einem Leserbrief
motiviert.

Er vertritt die Meinung, dass Rentner in der Exekutive nichts zu suchen haben.

Meine Ansichten sind da ein bisschen anders. Immer nur "motzen" geht nicht, man muss auch einmal Verantwortung übernehmen. Zudem genügt es nicht, wenn man "weise Ratschläge" erteilt. Die "freie" Zeit, welche die Pensionierten haben, gibt ihnen die Möglichkeit, die Akten besser zu studieren, sich Lösungen für Probleme detaillierter zu überlegen.

Herr E. meint wahrscheinlich, dass alle Pensionierte nur noch zum Erzählen von Geschichten da sind. Alle Rentner sind ohne Energie.

Was meint Ihr dazu? Eure Meinung interessiert mich. Gebt hier einen Kommentar ab, schreibt in mein Gästebuch oder diskutiert im Forum der Piratenpartei mit.


Dienstag, 31. März 2015

To APP or not to APP

Der Markt spielt – aber ich mag nicht spielen. Ich spiele zwar nicht ungern, es hängt einfach vom Spiel ab.
Dank dem App-Markt habe ich mich wieder darauf besonnen, dass Vieles doch flüssiger ist als Wasser. Ich weis, die Werbung lebt davon, mir oft und mit einigem Erfolg unnötige Sachen schmackhaft zu machen.
Was aber auf dem Markt für sogenannte "Apps" geschieht, ist starker Tobak. Warum beanstandet das eigentlich keine Partei in einem Wahljahr?

In allen Medien werden solche Apps vorgestellt. Firmen ohne eigene Apps? Geht nicht. Es gibt solche gegen Prostatakrebs. In der Medizin gibt es immer mehr Apps. Die Entwicklung von Apps scheint die "Pflicht" zu Publikationen abgelöst zu haben.

Leider sind diese Apps nicht für mein Mobiltelefon. Dabei ist das doch auch ein Smartphone. Und wie smart das ist! Man kann damit viele Sachen machen. Sogar telefonieren kann man damit. Und spielen.

Apps gibt es trotzdem nicht so viele. Es gibt viel mehr für Mobiltelefone mit dem angebissenen Apfel oder den Spielroboter bzw. deren Symbole drauf.

Das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen in der Schweiz hat eine App, die zeigt, wie das Wetter war, ist und vielleicht werden wird. Da helfe ich auch noch bei der Finanzierung– via Billag.


Zwei Mediziner im KSA wollen mit einer App den Prostatakrebs bekämpfen, was höchst erfreulich ist.
Die Rega hat eine Notfall-App

upc Cablecom hat die Horizon Go App um auf dem Smartphone fern zu sehen.

MySwitzerland hat natürlich eine App.

Es gibt eine für die COOP Supercard, klar, hat auch die Migros eine. Und Denner. Und und und…

Die RVBW will sogar eine App gratis verteilen, die zeigen soll, wo der Bus gerade steht, auf den man schon fünf Minuten lang "1 MIN" wartet.

Alle diese App haben einen Schönheitsfehler.


Sie funktionieren nicht auf meinem Smartphone!


Weshalb? Keiner hat es so klar gesagt, wie der Direktor der RVBW:

Ich unterstütze also sehr unfreiwillig den Apfel- und menschenähnlichen Markt. Aber für mein Smartphone bleibt nichts mehr übrig! 

Und auch bei der Rega steht "Die Entwicklung für weitere Betriebssysteme wie Windows, Nokia, Blackberry etc. ist im Moment nicht vorgesehen, wird jedoch nicht ausgeschlossen."

Das hat mich zuerst geärgert. Schliesslich bezahle ich auch (noch) Medienabgaben via Billag, SF Meteo kümmert das aber nicht. Genauso wie sich die upc Cablecom um eine Reduktion meiner Abonnementskosten foutiert. Der RVBW ist es auch egal, dass ich meine Steuern in einer der an dieser Firma beteiligten Gemeinden bezahle. Von Migros, COOP Denner & Co. will ich schon gar nicht schreiben – die sind ja auf mich als Kunde nicht angewiesen.
Der Ärger verflog aber nach einiger Zeit.
Ausnahmsweise habe ich nachgedacht. Da kam mir der Spruch in den Sinn, der jeweils nach gewissen Abstimmungen über Initiativen zu hören ist: "Nach der Tat hält der Schweizer Rat".

Die Tat war in diesem Fall der Ärger.

Dann kam die Einsicht, dass alle diese App, die es für Windows Phone nicht gibt, überflüssig sind:

SRF Meteo:Das Wetter findet immer noch im Freien statt, Radarbilder von vergangenen Zeiten brauche ich nicht.
upcCablecom:Fernsehen will ich auf meinem Smartphone sowieso nicht.
KSA:In meinem Alter will ich die "Chance" einer Erkrankung an Prostatakrebs nicht mehr wissen.
RVBW:Ob ihr das glaubt oder nicht – der Bus kommt auch ohne App. Mich interessiert nicht, wo er steht. OK, manchmal fällt er auch aus, ohne dass die Reisenden verständigt werden. Kommt aber selten vor. Aber warum  zeigt dann die Anzeigetafel oft "1 MIN", und das teilweise fast 7 Minuten lang?
Rega:Diese App könnte ich brauchen, aber hoffentlich brauche ich euch nie.

Es wird wohl ein Wunsch von mir bleiben, dass alle Betriebe, die vom Steuerzahler finanziert werden, entweder gar keine App gratis abgeben oder dann für alle Betriebssysteme. John Lennon hat es schon richtig gesungen: "You may say I'm a dreamer" wenn auch in einem anderen Zusammenhang.

Sonntag, 29. März 2015

Vielleicht wissen sie es nur nicht besser?

Man muss es ihnen also sagen oder schreiben. Ich habe geschrieben.
Zugegeben, Durchschnitt bin ich nicht, will ich auch nicht sein. Manchmal habe ich auch andere Vorstellungen als die Mehrheit. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) wollen viele mein Daten.
Neuestes Beispiel: SwissPass. Der Verband öffentlicher Verkehr und die SBB wollen das General- und das Halbtaxabonnement durch den SwissPass ersetzen.
Allgemeine Bedingungen (AGB) sind allerdings noch nicht erhältlich. Das Marketing-Blabla macht mich aber misstrauisch. Vielleicht kann mit einigem Druck noch auf die Gestaltung der AGB und des SwissPass Einfluss genommen werden.
Ich versuche es einmal mit einem Brief an Herrn Meyer, Chef der SBB. Hoffentlich machen das noch andere Gleichgesinnte. Deshalb hier der Inhalt meines Briefes.


Mein Generalabonnement und der SwissPass

Sehr geehrter Herr Meyer,
Ich habe mein vielleicht letztes GA verlängert. Das neue GA ist gültig bis 30. März 2016. Ich werde wohl weder ein GA noch ein HT-Abonnement kaufen. Der Grund dafür ist einfach: ICH entscheide, wem ich meine Daten gebe – nicht Andere. Zudem habe ich bereits einen Schweizer Pass.
Ich werde mich halt wieder auf die Strasse konzentrieren. 
Meine Entscheidung beruht auf den öffentlich erhältlichen Angaben auf der SBB-Webseite, auf swisspass.ch oder dem VöV. Trotz meinen Nachfragen bei der SBB habe ich leider keine Allgemeine Bedingungen (AGB) gefunden. Die vorhandenen Informationen machen mich auf Schlimmes gefasst.
Die eingesetzte Technologie ist nicht unbedingt die Neueste. Sie ist auch nicht wirklich sicher. Reisende und das Zugspersonal werden bei Kontrollen länger beanspruch.
Es werden Daten über mein Verhalten gesammelt (wann reise ich in welcher Klasse wohin). Diese Daten werten Sie zu Marktforschungszwecken anonymisiert aus, was mir gar nicht passt.
Ich habe auch Mühe damit, dass ich gezwungen werden soll, den SwissPass zu benützen und damit das GA automatisch verlängert wird. Das will ich nicht.
Irgendwo auf einer oder aller der oben erwähnten Seiten steht der Satz
"Wir versichern Ihnen, dass Ihre Daten von Dritten nicht weiterverwendet werden"
Das können Sie gar nicht! Sie können Dritte zwar dazu verpflichten – ob die das dann tun, ist eine ganz andere Sache.
Wenn sich alle SBB, der VöV und die am SwissPass jetzt und in Zukunft angeschlossenen Partner verpflichten würden, die folgenden Einschränkungen einzuhalten und in den AGB festzuschreiben, würde ich meine Entscheidung revidieren:

•  Keine Rückverfolgbarkeit meiner Bewegungen
•  Keine Weitergabe der Daten an Dritte, in keiner Art und Weise
•  Keine Weitergabe der persönlichen Daten an Dritte.
•  Keine automatische Verlängerung

Wenn ich dann auf das Auto umsteige, spielt es auch keine Rolle mehr, dass die beiden "Partner" SchweizMobil und Mobility zwar grossartig "APPs" propagieren – leider keine, die auf Windows Phone laufen.*)

Das wollte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Meyer, doch noch persönlich mitteilen.
Freundliche Grüsse


An den Direktor des VöV habe ich – in leicht abgeänderter Form – den Brief auch geschickt. Man schauen, was passiert. I keep you informed.

*) dazu habe ich mir auch Gedanken gemacht – mehr später. 

Creative Commons Lizenzvertrag
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Sonntag, 22. Februar 2015

Ich will gar nicht stärker sein!

Gleich zu Beginn: ich bin ein Raucher. Ich verbringe jeden Donnerstag Abend mit meinen Freunden. Während der kalten Jahreszeit in einem bedienten Raucherlokal. Wir paffen Zigarren. Ich vorzugsweise echte Puros aus Kuba. Zwei bis drei pro Donnerstag sind es schon. In der wärmeren Jahreszeit rauchen wir in den Gärten oder auf den Terrassen der Restaurants. Erstaunlich, dass auch Nichtraucher draussen sitzen, obschon drinnen ja alles rauchfrei ist. Aber lassen wir das.

Bei schönem Wetter sitze ich zu Hause auf unserer Terrasse, die ich "Dunhill Early Morning Pipe Plaza" getauft habe und rauche Pfeife. Nur nicht am Donnerstag (siehe oben).
Dunhill Early Morning Plaza

Mindestens einer meiner Bekannten, der auch Zigaretten rauchte, hat umgesattelt auf E-Zigaretten. Er verdampft jetzt Wasser. Das darf er (noch) - aber in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht. Man kann ja von einem Kontrolleur nicht erwarten, Dampf von Rauch unterscheiden zu können (sagt die SBB - nicht ich). Also wird sicherheitshalber alles verboten. E-Zigaretten sind sowieso schlecht - man kann sie ja geniessen!. Genuss? I gitt i gitt! Das wäre ja noch schöner.

Das BAG, mit seinen schier unerschöpflichen Geldreserven, hat eine neue Kampagne lanciert.  Die heisst jetzt "Ich bin stärker". Früher, im Kindergarten, hiess das "mein Vater ist stärker als deiner!". "Plus ça change, plus ça reste la même chose" – heisse Luft bleibt heisse Luft. Eine Geldverschwendung – und erst noch gross angekündigt und von den Rauchern selber bezahlt.

Nebst der Geldverschwendung - die Kampagne kostet insgesamt 9 (NEUN) Millionen Stutz - schadet die Kampagne noch der AHV. Je weniger Tabak verbrannt wird, desto geringer die Beträge an diese soziale Errungenschaft.

Eine kleine Annäherung an die Privatwirtschaft macht das BAG allerdings. Als erster Schritt kann man sich für 8 Rappen pro Minute auf der Rauchstopplinie erzählen lassen, man hören will und sowieso schon weiss. Das ist richtig billig, wenn man die Tarife der Esoterik-Hotlines damit vergleicht. Mike Shiva und andere wollen dafür wesentlich mehr.