Mittwoch, 16. September 2015

Ein Beitrag für alle potentiellen Kriminellen oder Terroristen

Dieser Beitrag ist nicht über Ausländer. Er ist auch nicht über Familien. Er ist nicht über Polizisten. Er ist auch nicht über Verbrecher.
Und trotzdem betrifft er alle diese Ausländer, Familien, Polizisten, Verbrecher und ganz wichtig: dieser Beitrag ist hauptsächlich für Dich/Sie lieber Leser und liebe Leserin.
Dieser Beitrag ist über wichtigen Themen.

Da wäre einmal die massive Überwachung der Bürger. Es geht nicht nur um die Videoüberwachung, die ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Es geht nur am Rande um Google, Apple, Microsoft etc.
Es geht darum, dass Regierungen, auch in der Schweiz, die Bewohner immer stärker überwachen wollen. Die Totschlagargumente "Terrorismus" und „Kinderpornos“ dienen dabei als Vorwand für alles, was irgendwie nach Kontrolle riecht. Dagegen wehrt sich die Piratenpartei – mit sachlichen Argumenten. Keine Angstmacherei, wie dies in einem Reich der Fall ist, wo man früher sagte, die Sonne gehe nie unter. Da hat Premierminister David Cameron sinngemäss gefragt “Wollen wir in unserem Land zwischen Leuten Kommunikation erlauben, die wir nicht lesen können?" Er meinte damit WhatsApp, Viber, Threema und andere Anwendungen, die eine Verschlüsselung eingebaut haben oder verschlüsselte Mitteilungen und Gespräche ermöglichen.
Natürlich wollte er nicht, dass jemand Hände klatschend "Ja! ja! ja!" ruft, also beantwortete er seine Frage blitzschnell selber: "MeineAntwort auf diese Frage ist: 'Nein, wir dürfen das nicht'." Derart misstrauisch gegenüber der Bevölkerung ist die Regierung im Vereinigten Königreich - leider ist sie nicht allein. Das bezeichne ich als Staatsterrorismus.

In unserem Nachbarland Deutschland wurden Journalisten als "Landesverräter" angeklagt, weil sie angebliche "Staatsgeheimnisse" veröffentlicht hatten. Man stelle sich das vor, da haben Journalisten etwas publiziert, das sie erhalten haben! Das als "nur für den Dienstgebrauch" markiert war!

Bei uns in der Schweiz ist es dagegen viel besser. Da haben wir nur die Regierung und das Parlament, die uns einfache Bürger überwachen, äh, ich meine natürlich schützen, wollen. Einverstanden, wir haben da noch die Kantonspolizei Zürich und deren Vorgesetzten, die sich einfach um das Gesetz futieren. Aber das ist ein Einzelfall, wie er in der Waadt, in Nigeria oder sonst wo halt vorkommen kann.

Nun ist es in Mode gekommen, dass die Regierung uns Schutz verkaufen will, der völlig unverhältnismässig ist, der ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Wichtig ist ja nicht das Sicherheitsgefühl, sondern die tatsächliche Sicherheit. Dieser Videobericht stellt die Pros und Kontras einer Videoüberwachung gut dar. Bis jetzt hat mir noch keine Person beweisen können, dass eine Videokamera tatsächlich ein Ereignis verhindert hat. Angeblich sind in Baden über 170 Videokameras installiert. Der Bahnhof und die Einkaufspassage werden durch die öffentliche Hand und die SBB permanent mit Kameras überwacht. Die konnten allerdings diesen brutalen Überfall nicht verhindern. Der Direktor der RVBW hat trotzdem gefordert, mehr Videokameras aufzustellen!

Nachdem ein paar hunderttausend Franken Steuergelder in einen Versuch „investiert“ wurden (Neusprech für „verschleudert“), hat man sich auch in Thun an den Werbespruch erinnert „Thun ist schön, nur Nichtstun ist schöner“ und die Videoüberwachung wieder abgeschafft. Den seinerzeitigen Stellungnahmen der Piratenpartei Bern wurde nicht geglaubt, die Einsprachen abgewiesen. Das war 2012.

In Gebenstorf war auch 2013 die Euphorie gross, die Schüler und andere Menschen zu überwachen. Nach einer „Deliktsumme“ von 80‘000.00 harten Franken in 10 Jahren (das sind achttausend Stutz pro Jahr) wurden CHF 150‘000.00 budgetiert für die Installation einer Videoüberwachung. Die Aargauer Piraten haben das damals auch thematisiert. Ich habe schon lange nichts mehr davon gehört. Vielleicht kann ich mich dort auch gratis filmen lassen, ich muss direkt mal nachsehen. Wir bleiben dran!

Nun, die Leute im Nachrichtendienst des Bundes wissen, wie eine Überwachung und Ausspionierung läuft. Auf Geschäftsreisen oder in den Ferien im Ausland hat es nur bösartige Menschen. Es ist schön, dass der NDB uns warnt und damit gleichzeitig (aber unbeabsichtigt) mitteilt, wie es in der Schweiz so zu und her geht.

Dann wäre noch der Datenschutz zu erwähnen. Hier geht es darum, dass jede Person selber entscheiden soll, welche Daten er oder sie wem bekanntgeben wollen. Die Informatik ermöglicht es, so ziemlich alles auf irgendeine Art auszuwerten. Wenn sich Leute darüber aufregen, dass private Suchmaschinen wie Google oder Bing unser Verhalten im Internet analysieren und alles auch an andere Firmen verkaufen, finde ich das zwar unschön und es kann schon mal „in dieHosen gehen“. Ich kann es aber durch mein Verhalten verhindern. Ich kann Suchmaschinen wie DuckDuckGo benützen. Statt Chrome, Internet Explorer oder Windows Edge zu verwenden, kann ich den Tor Browser einsetzen, damit hinterlasse ich fast keine Spuren. Und auf jeden Mist hereinfallen muss ich auch nicht.

Das aber nützt alles nichts, Wenn Regierungen sogenannte „Government software“ einsetzen (eine verharmlosende Bezeichnung für „Trojaner“) um uns auszuspionieren, macht mich das wütend. Was ich nicht bekannt geben will, will ich nicht bekannt geben. Basta.

Google und Facebook machen das schon lange – jetzt mischt auch Microsoft fleissig mit. Wer GMail benützt muss sich nicht wundern, wenn ihm oder ihr personalisierte Werbung beim Surfen angezeigt wird. Diese Werbung ist meistens exakt, denn Google durchforscht die Inhalte in den mails ihrer Mitglieder nach werberelevanten Begriffen. Das Gleiche gilt für Facebook. Die lesen also mit!
Wer beim herunter laden von Windows 10 die Expressinstallation gewählt hat (wahrscheinlich haben die Meisten „weiterweiterweiterweiterfertigstellen“ geklickt [danke PCTipp!]), hat sich dabei entblösst.

Es gäbe noch sehr viele Sachen, die man angehen müsste, um Probleme in der Zukunft zu vermeiden. Deshalb unterstütze ich die Piratenpartei, die kümmern sich aktiv darum. Die haben Visionen! Und die brauchen auch Deine/Ihre Unterstützung. In die Urne deshalb unverändert
im Aargau die Liste 10
in Bern die Liste 22
dans le canton de Vaud la liste 21
in Zug die Liste 9
in St. Gallen die Liste 21
und in Zürich die Liste 13


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Ein Beitrag für alle potentiellen Kriminelle oder Terroristen von Rüedu Sommer ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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