Donnerstag, 18. Februar 2016

SwissPass - Herr Meyer, sind Sie so vergesslich?

Vor fast einem Jahr habe ich der SBB und dem VöV geschrieben, wie das mit dem SwissPass denn so gehen würde.
Ich habe Antworten gekriegt. Per E-Mail vom VöV. Per snailmail von der SBB – der Brief trug den Briefkopf von Herrn Andreas Meyer, dem CEO. Er (der Brief) war auch von ihm (dem CEO) unterschrieben.

Da die AGB zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden waren, habe ich diese nach dem 1. August 2015, als sie dann vorlagen, studiert. Die Angaben darin unterscheiden sich nicht von den im Brief von Herrn Meyer gemachten Angaben. Die automatische Verlängerung und die Verwendung der persönlichen Daten für Marketingzwecke störten mich zwar – aber die könnte ich ja dann widerrufen.

Nun habe ich eine Aufforderung zur Erneuerung meines GA erhalten – es läuft im März 2016 ab.

Schon wollte ich das GA, das neu in den SwissPass integriert ist, bestellen.

Und nun das!
Da steht doch im Schlussbericht des Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB):

Die Kontrolldaten werden in einer separaten Datenbank während 90 Tagen aufbewahrt. Dabei handelt es sich um Daten, die im Rahmen einer elektronischen Kontrolle eines SwissPass registriert werden. Wenn das Zugbegleitpersonal mit seinem Lesegerät einen SwissPass kontrolliert, wird ein Datensatz mit folgenden Informationen online übermittelt und in die Kontrolldatenbank gespeichert: Zug-/Kursnummer (nur zum Teil), Uhrzeit, Personalnummer des kontrollierenden Mitarbeitenden, Gerätenummer (IMEI) des Kontrollgeräts, Typ der kontrollierten Leistung (HTA oder GA), Klasse der kontrollierten Leistung (1./2. Klasse), Kontrollergebnis (gültig, teilgültig, ungültig), Verknüpfung zur Kunden-, Grundkarten- und SwissPass-Ausweisnummer sowie Kontrollreferenznummer.

Herr Meyer hat mit aber geschrieben:




Das las und liest sich doch etwas unterschiedlich. Ich frage mich, wozu dann die Daten gesammelt werden, wenn sie nicht ausgewertet werden?

Ich werde wohl mein GA nicht verlängern, nicht mehr so häufig mit dem öV reisen und wenn, dann mit der Tageskarte der Gemeinde. Die SBB offeriert übrigens das GA für Firmen weiterhin separat, also nicht integriert in den SwissPass. Privatpersonen fungieren offensichtlich als Versuchs-kaninchen.

Lieber VöV, liebe SBB „1984“ war nicht als Gebrauchsanweisung gedacht!

Damit das nicht missverstanden wird: ich bin durchaus für Fortschritt in der Technik. Ich gebe von mir auch sehr viele Daten bekannt. Mein Facebook-Profil könnte nicht vollständiger sein. Auf meiner Internetseite ist fast alles über mich zu lesen. Ich entscheide aber selbst, was ich zu verbergen habe. 

Und ich habe viel zu verbergen. Nämlich meine Privatsphäre.

Wann ich wie und wohin reise, geht die am SwissPass Beteiligten nichts an – schliesslich bezahl(t)e ich einen Pauschalpreis um im Gültigkeitsbereiches des GA herumreisen zu können.

 Creative Commons Lizenzvertrag
SwissPass - Herr Meyer, sind Sie so vergesslich? von Ruedi Sommer ist lizenziert unter einer CreativeCommons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 InternationalLizenz.


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